Die Wiedervereinigung und Deutsche Einheit
Unter der Deutschen Wiedervereinigung fallen die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990, somit also die Wende und der Mauerfall, welche die Deutsche Einheit ermöglichten.
Innerhalb weniger Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte die CDU/CSU ein Konzept für einen Zusammenschluss der DDR und der BRD, welches letztendlich die vollständige Wiedervereinigung, nach Orientierung an den Vorgaben der ehemaligen Siegermächte, zum Ziel hatte. Anfang Dezember wurde die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik geändert, wodurch die SED an Macht verlor, da sie nicht mehr zur Führungspartei bestimmt war und andere Parteien Mitspracherechte gewannen.
Im Januar wurde dann der Ruf nach der Deutschen Einheit bei den Montagsdemonstrationen laut, da der verwendete Slogan nicht mehr "Wir sind das Volk" sondern ab jetzt "Wir sind ein Volk" lautete. Im gleiche Monat wurde auch die Zentrale des MfS von Demonstranten gestürmt.
Als im März 1990 Volkskammerwahlen stattfanden kam es zu einem Sturz der SED-Regierung, da die Allianz für Deutschland, welche sich aus der CDU, der DSU und der DA zusammensetzte, zusammen mit der SPD eine große Koalition unter dem Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere (CDU) bilden konnte. Daraufhin beschäftigt sich die neue Führung mit der Wiedervereinigung Deutschlands und erste Verhandlungen mit der Kohl-Regierung wurden aufgenommen. Als erstes errichteten die beiden Staaten eine gemeinsame Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, welche am 1.7.1990 ins Leben berufen wurde. Eine Aufgabe aus diesem Vertrag, mit welcher die Treuhandanstalt betraut wurde, war die Privatisierung oder Schließung staatseigener Betriebe der DDR und die Verbreitung der sozialen Marktwirtschaft. Bis zur Auflösung dieser Organisation häufte sich jedoch durch diese Aktionen ein Schuldenberg in Höhe von 171 Milliarden Euro an.
Am 31. August folgte die Einigung über den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Dieses Abkommen wurde als Einigungsvertrag bekannt und wurde später noch durch die "Vereinbarung zur Durchführung und Auslegung" ergänzt. Der Pakt sah vor, dass das deutsche Grundgesetz fortan auch für die Bürger der ehemaligen DDR gelten sollte und bestimmte als Datum für die Deutsche Einheit den 3. Oktober 1990. Als Hauptstadt für die neue Bundesrepublik wurde Berlin ausgewählt. Damit die DDR-Bürger auch weiterhin eine Vertretung in der Regierung hatten, entsendete die ehemalige Volkskammer 144 Abgeordnete in den Deutschen Bundestag und Vertreter in den Bundesrat.
Im Zwei-plus-Vier-Vertrag erlangte die Bildung eines deutschen Gesamtstaates auch außenpolitisch Anerkennung. Hierbei verhandelten die BRD und die DDR gemeinsam mit den vier Siegermächten Russland, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten über die Bedingungen der Deutschen Einheit. So musste man sich beispielsweise zum Verzicht auf atomare, biologische und chemische Waffen verpflichten und alle Staatsgrenzen anerkennen und als endgültig ansehen.
Am 3. Oktober wurde darauf wie beschlossen der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen und die DDR wurde durch die eigene Volksvertretung aufgelöst.