Die Wende
Durch den Widerstand der Bevölkerung gegen die Regierung und das System der Deutsche Demokratischen Republik ereignete sich eine friedliche Revolution, welche heute als Wende bezeichnet wird. Bei dieser Revolution wurde das politische System vom SED-Staat zu einer Demokratie.
Als 1985 Michail Gorbatschow in der Sowjetunion an die Macht kam und die Politik in diesem Land maßgeblich veränderte und liberalisierte, kam auch in der DDR die Hoffnung auf Demokratie und Beseitigung der Missstände auf.
Am 7. Mai 1989 fanden Kommunalwahlen im Land statt. Der Staat beteuerte bereits im Vorfeld, dass freie und demokratische Abstimmungen stattfinden sollten und die kirchlichen Gruppen riefen die Bevölkerung dazu auf, mit "Nein" gegen die Einheitspartei SED abzustimmen oder nicht an den Abstimmungen teilzunehmen. Nachdem jedoch verkündet wurde, dass 98,85% aller Menschen "Ja" gewählt hatten, war unabhängigen Beobachtern klar, da in Berlin nach Befragungen nur etwa 70% - 80% für die SED gestimmt hatten, dass das Ergebnis nicht den wahren Begebenheiten entsprechen konnte und dass es zu einer Wahlfälschung gekommen sein musste. Während der darauf folgenden Proteste kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen mit der Polizei, wodurch zahlreiche Verhaftungen stattfanden.
Des Weiteren wurde die Regierung der DDR von der Bevölkerung massiv kritisiert, nachdem diese die chinesische Regierung zur gewaltsamen Niederschlagung der friedlichen Proteste für mehr Menschenrecht in China auf dem Platz des himmlischen Friedens beglückwünschte. Offiziellen Schätzungen zu Folge wurden bei dem Massaker zwischen 700 und 3000 Menschen ermordet. Auf Grund der Gratulation der DDR-Staatsführung wurden viele Bürger eingeschüchtert und bekamen Angst, dass solch ein rigoroses Vorgehen auch gegen Demonstranten im eigenen Land angewendet werden könnte.
Immer mehr Menschen versuchten daraufhin das Land zu verlassen, im September 1989 waren es 55.000 Flüchtlinge. Diese konnten wegen mehrerer verschiedener Faktoren die Flucht ergreifen. Zum Einen wurde ab dem 2. Mai die Grenzanlagen zwischen österreich und Ungarn abgebaut, wodurch viele DDR-Bürger die Hoffnung auf eine Flucht über diese Grenze hatten, woraufhin sogar Flüchtlingslager in Ungarn entstanden. Als sich Ende August über 150.000 DDR-Bürger in diesem Land des Ostblocks aufhielten entschloss man sich schließlich am 11. September, alle Flüchtlinge nach österreich ausreisen zu lassen. Zum Anderen wurde eine große Anzahl an Menschen die Ausreise gestattet, nachdem sie deutsche Botschaften in Warschau, Prag und Budapest besetzten. Vor Allem die Prager Botschaft, in welcher sich Anfang September über 3500 DDR-Bürger aufhielten stand im Blickpunkt der Medien. Unter großem Jubel wurde am 30. September 1989 verkündet, dass den Botschaftsbesetzern die Ausreise gestattet wurde, wodurch 17.000 Flüchtlinge in die Bundesrepublik Deutschland gelangten.
Im Herbst 1989 ging der Kampf nach Freiheit in der DDR schließlich in die entscheidende Phase. So fanden seit dem 4. September 1989 in Leipzig, später auch in Dresden, Halle und weiteren Städten, die Montagsdemonstrationen statt. Diese Massendemonstrationen kämpften wöchentlich mit dem Ruf "Wir sind das Volk" für Frieden und Demokratie in der DDR. Die größte Massendemonstration (mit 500.000 Menschen) fand hingegen am 4. November 1989, also nur wenige Tage vor dem Mauerfall in Berlin statt und ist als "Alexanderplatz-Demonstration" bekannt geworden. Des Weiteren bildeten sich zur gleichen Zeit zahlreiche oppositionelle politische Gruppen. Schließlich musste die Regierung auch dem Druck des Volkes nachgeben, wodurch es am 9.11. zum Mauerfall kam.